Das ist sie: Die »Bourgeois’sche Formel«

6. April 2020

Nun liegt meine Keynote auf der Gedankentanken-Bühne ziemlich genau eine Woche zurück und die Ereignisse, das Gefühl und das Feedback wirken noch immer nach. Positiv. Und ich genieße jede einzelne Reaktion darauf in den unterschiedlichen Kanälen – Danke dafür!

Seitdem kommen aber auch die Fragen, wofür denn nun meine Formel steht. Denn für diejenigen, die weder in der vergangenen Woche in Köln noch beim Speakerslam-Weltrekord in Düsseldorf anwesend sein konnten, kommt sie doch noch eher kryptisch daher. 

Hier daher die Auflösung für alle, die weder auf ein Treffen mit mir noch auf die Veröffentlichung auf dem Gedankentanken-Kanal warten möchten:

Wir Physiker, zu denen ich qua Ausbildung nach wie vor gehöre, möchten ja möglichst alles, was im Leben passiert, erklärt wissen. Uns interessiert, was die Welt im Innersten zusammenhält. Und das auch, wenn es nur banale Fragen sind wie: »Warum fällt der Apfel vom Baum?«. Uns ist so etwas einfach nicht egal. Wir suchen dann nach Mustern – und hätten am liebsten für alles eine Formel. 

Eine, die reproduzierbar die gleichen Ergebnisse ergibt!

Folgerichtig habe ich nach einer Formel gesucht, die nicht nur meinen eigenen erfolgreichen, vor allem aber erfüllten Lebensweg beschreibt, sondern eben auch das, was ich in meinen Coachings und Trainings seit Jahren erfolgreich an meine Klienten weitergebe.

So entstand in aller Bescheidenheit  (so sind wir Physiker) die »Bourgeois’sche Formel«: E=W*V².

Wie? Dazu beschreibt die Keynote zunächst meinen ganz eigenen, sehr persönlichen Lebensweg. Den so öffentlich zu erzählen, war für mich eine emotionale Herausforderung der besonderen Art, der ich mich stellen wollte und der ich mich gerne gestellt habe. 

Auch wenn ich zugeben muss, dass das vermutlich mein Publikum, ganz sicher aber mich selbst, auf eine herausfordernde Achterbahnfahrt geschickt hat.

Am Ende dieser Fahrt stehe ich dann, wie zu Beginn meiner beruflichen Laufbahn, an einer Tafel und erkläre eine Formel. Damals vor einer Klasse in der Schule mathematische und physikalische, heute auf der Bühne vor einem großen Publikum die »Bourgeois’sche«.

 E=W*V². 

»E« steht dabei für Erfolg oder für mich persönlich besser definiert als Erfüllung. Als Erreichen dessen, was Ihr Euch vorgenommen habt. Dazu bedarf es aber zum Einen des »W« für Wahrnehmung. Das Wahrnehmen und Analysieren meiner Situation, das Wahrnehmen von Chancen, das Wahrnehmen meiner eigenen Möglichkeiten und Qualifikationen.

Und das »V« zum Quadrat. Für »V« wie Vision. Andere nennen es Purpose, Treiber, oder auch Simon Sinkens WHY. Ich nenne es Vision. Es ist nicht die Vorstellung, morgen die folgende Stelle innezuhaben, sondern das Bild von Dir, wie Du als Mensch bist und wahrgenommen wirst, mit wem Du welches Leben führen möchtest.

Aber auch »V« wie Vorbereitung. (An alle naturwissenschaftlichen Kollegen – ja, das ist mathematisch nicht ganz korrekt – aber hier zur Vereinfachung angemessen). Denn nur eine Vision zu haben, reicht einfach nicht! Auch wenn es heutzutage immer mehr marktschreierische Menschen gibt, die Dir sagen, es wäre das einzige, was Du benötigst. 

Ohne harte Arbeit geht es nicht. Es geht nicht, ohne immer wieder aufzustehen. Ohne Dir die Kompetenzen anzueignen, die Du dafür brauchst, Deine Vision auch zu leben!

Der Erfolg oder die Erfüllung ist das Produkt aus der Wahrnehmung meiner Chancen, dem expliziten Ausdrücken können meiner Vision.

Und Ihr seid die Summe aus Euren Entscheidungen! Der Entscheidung, ob Ihr eine Chance wahrnehmt oder eben liegen lasst. Aus der Entscheidung, ob es sich wirklich um eine (positiv besetzte) CHANCE handelt oder doch eher eine Ablenkung ist, die Euch vom Weg abbringt.

UND: Es handelt sich hier um ein Produkt! Und dieses ist – so kennen wir es noch aus dem Mathematikunterricht der Grundschule – gleich NULL, wenn auch nur einer der Faktoren NULL ist.

Aber wenn man seinen Weg diszipliniert, konsequent und mit Leidenschaft geht, steht am Ende, und das verspreche ich begründet aus meiner eigenen Erfahrung, meiner eigenen Karriere und aus der Erfahrung mit den Menschen, die ich bereits coachen durfte, das »E«.

Ein ganz wunderbares Gefühl.

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