Als Kölnerin in Düsseldorf mittendrin. Witwe, Mutter, Physikerin, Exklusiv-Coach, Mensch. Und Inhaberin meiner eigenen Erfolgsformel. 

Vier Tage Gold Programm in Düsseldorf bei Hermann Scherer liegen hinter mir. Vier Tage vollgepackt mit Marketing, Eindrücken, Power und neuen Eindrücken und Erkenntnissen.

Mit dem Höhepunkt des internationalen Speaker Slams am Samstag, für den ich mich über einen so genannten Silent Speaker Wettbewerb mit knapp zweihundert Bewerberinnen und Bewerbern qualifizieren konnte, um schließlich mit 67 anderen zu starten, den aktuellen Speaker-Slam-Weltrekord zu brechen. Erfolgreich.

Aus zwölf Nationen waren sie angereist, um nach Weltrekorden in New York, Frankfurt, Wien Hamburg und Stuttgart nun in Düsseldorf das neue angestrebte Ziel zu erreichen. Und ich als die Kölnerin in Düsseldorf mittendrin.

Witwe, Mutter, Physikerin, Exklusiv-Coach, Mensch. Und Inhaberin meiner eigenen Erfolgsformel.

So habe ich mich vorgestellt und die vorgegebenen exakt fünf Minuten Redezeit mit einer Mischung aus meiner eigenen, schicksalhaften Geschichte und meiner ganz persönlichen Formel, mit der ich seinerzeit zurück ins Leben gefunden habe, gefüllt.

Der Formel, die ich seit einigen Jahren auf internationalen Bühnen mit anderen teile.

Aber dieses Mal muss ich gestehen, stand mit mir während der Vorbereitung und auch auf der Bühne eine geballte Ladung Nervosität.

Denn am Samstag in Düsseldorf galt es, live vor einer hochkarätig besetzten Fachjury und anerkannten Speaker-Größen das Publikum im Saal und via Livestream Tausende von Menschen zu Hause und am Radio zu fesseln. In einmal exakt fünf Minuten. Ohne Netz und doppelten Boden.

Aber ich wäre nicht Marion Bourgeois, wenn mich nicht genau diese Rahmenbedingungen anstacheln und motivieren würden.

Und ich denke, es ist mir gelungen. Mit meiner eigenen Geschichte.

Ich habe erzählt, wie mir 2006 am Ende eines normalen Arbeitstages zu Hause meine beiden kleinen Kinder, damals vier und fünf Jahre alt, entgegengelaufen: „Mama, Mama, der Papa liegt da.“ – Tot. Herzinfarkt.

Ich habe erzählt, wie meine Welt in dem Moment zusammenbricht. Ich habe erzählt, in welch tiefem Loch ich mich plötzlich fühlte. Allein gelassen, traurig, wütend. Hilflos und voller Angst. Wie geht es weiter? Kann es überhaupt weitergehen? Die Antwort geben mir damals unweigerlich meine beiden kleinen Söhne mit ihren fragenden Augen. Aufgeben ist keine Option.

Schließlich ist es eine entscheidende Frage, mit der es mir gelingt, mich auf den Weg zu machen.

»Was würdest du tun, wenn du keine Angst hättest?«

Ich konzentriere mich auf meine Ausbildung als promovierte Physikerin, konzentriere mich auf meine Stärken und mache mich auf, anscheinend in Stein gemeißelte Unternehmenskulturen zu verändern. Denn innerlich habe ich seinerzeit den Druck in der Firma meines verstorbenen Mannes für dessen Tod und damit für mein Schicksal, mit 39 bereits Witwe zu sein, verantwortlich gemacht. Ich war nicht nur traurig, sondern auch wütend. Und mit einem Schlag wusste ich, dass ich genau das ändern wollte. Meine Trauer und Wut in Energie wandeln und das Selbstverständnis von Führung in Unternehmen aufbrechen.

Meine eigene Angst aber musste ich dafür ablegen. Und ich wusste wie.

Ich habe mich dann bis in den Aufsichtsrat eines führenden deutschen Unternehmens gearbeitet und meinen Weg und mein Ziel verfolgt. Solange, bis alte Strukturen den weiteren Weg des Wandels versperren.

Für mich Grund genug, angstfrei den Kurs zu ändern. Ich machte mich selbstständig und schule seither Führungskräfte. Stärke speziell Frauen in ihrem Business und führe sie ans Ziel. Ich möchte die Quote ohne Quote erhöhen. Authentisch. Empathisch und mit meiner großen, eigenen Erfahrung.

»Ich bringe Menschen in die Selbstverantwortung und Unternehmen zum Kulturwandel.«

Auf der Bühne in Düsseldorf habe ich dann selbst bewegt und emotional mit meiner Ziel-Formel E=W*V² geendet.

Denn Erfolg ist, wenn Wahrnehmung auf Bereitschaft trifft. Wenn Du V als Vorbereitung und Vision verstehst und dann deinen Job gut machst – dann spielt Angst keine Rolle.

Und ich wurde belohnt: mit meiner eigenen Erleichterung und dem Blick in die vielen Gesichter eines gleichermaßen ergriffenen und begeisterten Publikums. Ein reiner Glücksmoment, für den ich unendlich dankbar bin.

Am Ende des Abends stand dann als Krönung des Ganzen ein weiterer Weltrekord in den Büchern. Und ich, ausgezeichnet mit dem Speaker Award und nun Mit-Inhaberin des Weltrekords, erleichtert, bewegt und auch ein wenig Stolz vor der inzwischen leeren Bühne.