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Leichter zu Entscheidungen kommen

27. Juli 2020

Auch wenn wir nicht wissen, was morgen ist und gilt … CEOs müssen jetzt Entscheidungen treffen, um die Zukunft zu gestalten

Wir versuchen gerade alle, aus der Glaskugel zu lesen. Die zur Verfügung stehenden Informationen sind nur bedingt nutzbar. Unser Wissen reicht nicht aus. Und mit unserer Erfahrung kommen wir auch nicht weiter.

Wie es weitergeht, muss erst noch herausgefunden werden.

Für Unternehmenslenker ein unbefriedigender Zustand. Aber so ist es nun mal – und lässt sich auch nicht ändern. Spannend zu beobachten ist allerdings, wer in den Unternehmen in der Lage dazu ist,

  • unter Zeitdruck entscheidungsstark zu sein,
  • die getroffenen Entscheidungen minütlich zu hinterfragen,
  • die Ergebnisse immer wieder zu beobachten,
  • um daraus die richtigen Konsequenzen zu ziehen
  • und die nächsten sinnvollen Schritte zu gehen?

Zeit, für CEOs, Geschäftsleitungen und Führungskräfte sich selbst kritisch zu (hinter-)fragen: Bin ich gerade der oder die richtige, um das Schiff aus dem Sturm zu steuern? Oder folge ich nur meinem Autopiloten? Je angespannter die Situation ist, je betroffener wir sind, umso mehr ist das der Fall.

Dabei zählen gerade weder Ausbildung noch Erfahrung, sondern die Fähigkeiten des Einzelnen im jeweiligen Moment. Beispielsweise die eigenen Erwartungen klar und präzise zu kommunizieren. Vor allem, wenn „remote“ gearbeitet wird. Was ist der Arbeitsauftrag? Welche Qualität muss erreicht werden? Und wann ist Deadline? Und das Ganze abgestimmt auf den Zweck (Purpose) des Unternehmens, der Abteilung, des Teams. Warum ist diese Aufgabe wichtig, wozu trägt sie bei, was wird damit erreicht? Je mehr Hintergrundinformationen Mitarbeiter haben, umso selbstständiger können und werden sie Aufgaben meistern.

Dazwischen immer wieder die eigene Reflexion: In welchem Zustand befinde ich mich selbst gerade? Vorgespielte Sicherheit wird schnell als solche erkannt – und das Vertrauen geschwächt. Mitarbeiter brauchen Rollenvorbilder und den „Raum“ für wahrhafte Gespräche. Schaffen wir die Atmosphäre dafür! Unterstützen, einfach „DA-SEIN“ ist das, was gerade heute den Zusammenhalt stärkt, uns hilft, gemeinsam zu wachsen und uns zu rüsten für die Zukunft. Als Mensch. Als Team. Als Gemeinschaft.

Menschlich bleiben, auch wenn es virtuell wird – so lautet das Gebot der Stunde. Weil Führung persönlich ist. Weil jeder Mitarbeiter an einem anderen Punkt steht. Gespräche zur jeweils individuellen Situation schaffen Vertrauen und Commitment.  Was sind die aktuellen Bedenken? Wie sieht die – unter den gegebenen Rahmenbedingungen – beste Lösung aus? Wie geht es jedem/r Einzelnen damit?

Nicht bleibt wie es war! Deshalb müssen wir uns noch mehr als vorher darauf einstellen, Neues zu wagen, anderem Denken gegenüber aufgeschlossen zu sein. Es braucht unterschiedliche Typen, um Neues zu kreieren. Das ist nicht immer leicht. Das Bild, dass man im Topmanagement findet, zeigt allzu oft: Gleich und gleich gesellt sich gern! Boygroups in den Führungsetagen, Mainstream soweit man schaut.

In dem Augenblick, in dem Unternehmen etwas anderes zulassen, werden Mitarbeiter auch mit Veränderungen anders umgehen.

Es gibt unendlich viele unterschiedliche Persönlichkeiten. Streng genommen genauso viele wie es Menschen gibt. Kennenlernen hilft! Werden wir uns darüber bewusst, dass andere einfach nur anders sind. Dass anders sein nicht besser oder schlechter heißt. Keine persönlichen Befindlichkeiten dahinterstecken und keine negativen Tendenzen. In dem Augenblick ist Offenheit da. Offenheit, in eine ganz andere Art der Auseinandersetzung miteinander zu gehen und anders zu agieren.

Wir müssen freier werden! Wir müssen diverser werden! Auch, wenn Diversität zu Konflikten führt. Auch, wenn viele Menschen damit nicht gut umgehen können. Auch, wenn wir uns schwer damit tun, Menschen, die anders sind, zu akzeptieren. Rückzug ist keine Option mehr! Wenn wir grundsätzlich vertrauen und eine offene Feedbackkultur haben, können wir mit Unterschiedlichkeit umgehen und daraus Innovation und Kreativität erzeugen.

Es ist an der Zeit zu verstehen und zu akzeptieren, dass wir uns verändern müssen, um der aktuellen Situation Genüge zu tun. Wir müssen erkennen, dass, wenn wir etwas verändern, um auf eine Sachlage zu reagieren, es nicht heißt, dass man in der Vergangenheit Fehler gemacht hat. Sondern vielmehr: Dass man in der Vergangenheit für die Vergangenheit adaptiert hat und dass man heute für die Zukunft adaptieren muss. Ist das in den Köpfen – und Herzen – der Menschen, werden Diskussionen sehr viel konstruktiver und positiver geführt.

Viele sind immer noch wie erstarrt – die Angst vor dem Ungewissen bremst sie aus, hält sie auf. Ich plädiere nicht dafür, einfach loszurennen. Aber ich fordere den Mut der Unternehmenslenker, Entscheidungen zu treffen, Verantwortung zu übernehmen – und umsichtig voranzugehen. Nichts muss perfekt sein! Keiner weiß es besser! Aber wie Barack Obama schon gesagt hat: „Better is better than not better!“

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